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MAZEDONIEN
Multiethnisches Jugendseminar in Struga


Im Seminarsaal
Am 8. und 9. Februar 2008 fand in der mazedonischen multikulturellen Stadt Struga ein jugendpolitisches Seminar zum Thema „Förderung der interethnischen Toleranz und die Rolle der Politik“ statt. Die an großen geschichtlichen Ereignissen reiche Stadt liegt am wunderschönen Ochridsee, unweit der albanischen Grenze, und wird durch die Schwarze Drin, die den See entwässert, in zwei Teilen geteilt. Die administrative Gemeinde Struga, die die Stadt und weitere 50 Dörfer umfasst, hat insgesamt 65.809 Einwohner. Davon sind 58,8% (38.695) Albaner, 34,6% (22.769) Mazedonier, 5,5% (3.619) Türken und 1,1% (723) Roma.

Die Veranstaltung wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit einer neuen Partnerorganisation, dem Institut für politische und interkulturelle Studien, organisiert. Unter den 35 Teilnehmern waren mazedonische und albanische Jungpolitiker, Mitglieder der Jugendorganisationen des Stiftungspartners Liberaldemokratische Partei (LDP) und der größten albanischen Partei Mazedoniens, die Demokratischen Union für Integration (DUI).

Von l. n. r. Dr. Rizvan Sjuleimani, Asparuch Panov und Azis Polozhani
Kernthemen der Veranstaltung, die von FNS-Projektassistentin Ksenija Cockova moderierte wurde, waren die Rolle des „Vertrages von Ochrid“ und der damit verbundenen Dezentralisierung für die demokratische multikulturelle Entwicklung Mazedoniens, die verschiedene multiethnische Modelle in Südosteuropa, die Integration der Immigrantengemeinden in den westeuropäische Ländern und die Politik der EU zur Lösung von interethnischen Konflikten. Die wachsende Rolle der jungen Leute in Politik und Bürgergesellschaft kam auch zur Diskussion.

Als Referenten und Diskussionspartner präsentierten sich 2 bekannte Politiker der albanischen Gemeinde Mazedoniens: Der Direktor des Instituts für politische und interkulturelle Studien Dr. Rizvan Sjuleimani, Minister für Kommunale Selbstverwaltung a. D. und der Parlamentsabgeordnete Azis Polozhani, Mitglied der mazedonischen Delegation bei der parlamentarischen Versammlung des Europarates und Bildungsminister a. D.. Auch führende Experten wie Prof. Dr. Bashkim Iseni von der Universität in Lausanne und Dr. Gordan Georgiev, Direktor des Zentrum für strategische Forschungen und Dokumentation „Forum“ in Skopje waren zugegen, ebenso der Projektkoordinator der Stiftung für Bulgarien und Mazedonien Asparuch Panov.

Die lebhaften und inhaltsreichen Diskussionen waren eine klare Bestätigung dafür, dass eine öffentlich anerkannte interethnische Jugendpolitik nur auf einer langfristig angelegten Bildungsarbeit in den Regionen aufgebaut werden kann. Eine solche wird von der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit auch in diesem Jahr angeboten.

Der Schwarze Drin nimmt seinen Anfang als Ausfluss des Ochridsees.
Der nutzvolle Dialog zwischen Entscheidungsträgern aus der Politik und Vertretern der Bürgergesellschaft einerseits und Nachwuchsführungskräften der verschiedenen multiethnischen Gemeinden Mazedoniens andererseits zeigte eindeutig, dass dieser Balkanstaat in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung erlebt hat und sich zu einer funktionierenden multiethnischen Demokratie mit realen europäischen Perspektiven entwickelt.

Asparuch Panov, Ksenija Cockova

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